Flamenco-Nächte

Der Flamenco hat seinen Ursprung in der andalusischen Musik und im Tanz. In seiner Entwicklung spielten besonders die andalusischen Zigeuner eine wichtige Rolle. Da die Lieder und Tanzschritte vor dem 19. Jahrhundert ausschließlich mündlich übertragen wurden, gibt es hinsichtlich der Einflüsse verschiedener Kulturen unterschiedliche Theorien. Die Entwicklungsgeschichte des Flamencos ist daher sehr umstritten und es gibt keine allein-gültige Erklärung wie der Flamenco aus den kulturellen Einflüssen von so unterschiedlichen Regionen wie Nordafrika, Südeuropa und dem Nahen und Fernen Osten entstanden ist.
Der Gesang (cante), das Gitarrenspiel (toque) sowie der Tanz und das Klatschen (palmas) sind die zentralen Ausdrucksformen des Flamencos. Auch wenn viele mit dem Flamenco besonders die rhythmische Fußtechnik verbinden, ist bei dieser Tanzform der ganze Körper gefragt. Da es um den Ausdruck von Emotionen geht, sind die Bewegungen des Oberkörpers, der Arme und Hände, selbst die Finger und die Blickrichtung genauso entscheidend. Der Flamenco zeichnet sich zudem durch das abwechselnde Zusammenspiel von schneller Fußtechnik und langsamen Passagen aus.
Bei einem Besuch Spaniens sollte man es sich nicht entgehen lassen, eine Flamenco-Aufführung zu besuchen. In den touristischen Teilen Madrids wird man mit Informationen und Werbung quasi überhäuft. So könnte man sich beispielsweise die Aufführung im geschichtsträchtigen Florida Park ansehen oder aber im legendären Torres Bermejas, wo einige der großen Namen des Flamenco-Tanzes bereits aufgetreten sind. Beide Aufführungen werden mit der Option für ein traditionell spanisches Abendessen angeboten, hierbei sollte man sich allerdings nicht über überteuerte Preise für Speisen und Getränke wundern. Beide Veranstaltungsorte bieten ein besonderes Ambiente - Florida Park befindet sich in einem von Madrids schönsten Gärten, dem Parque del Buen Retiro. Das Dekor des Torres Bermejas ist eine Kopie des prachtvollen Alhambra in Granada.
Es lohnt sich jedoch immer auch nach kleineren, eventuell weniger touristischen Lokalen, Ausschau zu halten. Alternativen sind z.B. das Los Gabrieles in der Calle Echegaray 17. Diese Flamenco-Bar ist nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Einheimischen beliebt. Flamenco-Gruppen treten hier dienstags ab 23 Uhr auf, man sollte allerdings bereits vor 22 Uhr da sein. Eine anderen bekannte Flamenco-Bar ist die Los Carboneras am Plaza del Conde de Miranda 1. Flamenco-Aufführungen gibt es hier montags bis donnerstags um 22 Uhr sowie freitags und samstags um 23 Uhr. Auch das La Soleá in der Cava Baja 34 ist eine alte und beliebte Flamenco-Bar. Freitags und samstags treffen sich hier ab 24 Uhr Flamenco-Gruppen und treten spontan auf.
Der eine oder andere bekommt nach dem Besuch einer solchen Aufführung vielleicht Lust selber Flamenco zu tanzen. In vielen Städten Deutschlands wird Flamenco-Unterricht angeboten. Studenten und Au Pairs, die sich in Madrid für ein Auslandssemester oder Gap Year länger aufhalten, können mit einem Flamenco-Tanzkurs Vorort einmal auf eine andere Art und Weise in die Kultur ihres Gastlandes eintauchen. Flamenco-Schulen in Madrid sind z.B. die noch junge Schule Conservatorio Casa Patas oder aber die älteste Flamenco-Schule Madrids, die Academia Amor de Dios.